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  • Thomas Heckmann

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V .

Info zum PSA-Test

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PSA-Test: Nachweislich einzige, evidenzbasierte Methode zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms. Damit begegnet der BPS unpräzisen und fehlerhaften Veröffentlichungen in der jüngsten Vergangenheit.

Der PSA-Test ist nachweislich die einzige, evidenzbasierte Methode zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms. Mit dieser Feststellung begegnet der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) unpräzisen und fehlerhaften Veröffentlichungen in der jüngsten Vergangenheit.

Der BPS rät weiterhin Männern mit Vor- kommen von Prostata- oder Brustkrebs in der Familie zur regelmäßigen Feststellung des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA) durch eine einfache Blutuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr. Männern ohne familiären Prostata- oder Brustkrebs rät der BPS zur regelmäßigen PSA-Testung ab dem 45. Lebensjahr. Nur so lässt sich Prostatakrebs im Frühstadium entdecken und erhält dadurch bessere Heilungschancen. Ungeachtet dieser Tatsache nutzen nur 18 % der Männer in Deutschland die kassenfinanzierte Prostatakrebs- Vorsorgeuntersuchung.

Gerade in dieser Situation ist die Wirkung unpräziser und unrichtiger öffentlicher Verlautbarungen zum Wert des PSA-Tests umso unverantwortlicher. Damit wird eine von allen gewollte positive Wirkung der Vorsorge für den Erhalt der Männergesundheit negativ beeinträchtigt, denn allen Verantwortlichen im Gesundheitssystem ist die unzureichende Qualität der digitalen rektalen Untersuchung (DRU) der Prostata als Prostatakrebsfrüherkennung bekannt, auch wenn diese Untersuchung kassenfinanziert ist.

Die DRU erkennt einen Prostatakrebs zu spät und birgt ein Gefahrenpotential für den Patienten, das durch eine frühere Erkennung mit Hilfe des PSA-Tests vermieden werden könnte. Viel wichtiger jedoch als die überholte Diskussion über den unbestreitbaren Wert des PSA-Tests ist ein sach- gerechter Umgang mit den Ergebnissen des Tests. Hierzu müssen Patienten wissen, dass PSA generell von gesunden wie entarteten Prostatazellen produziert wird, und dass sowohl die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) als auch eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) zu erhöhten PSA-Werten führen!

Notwendig ist deshalb eine fachmännische Differentialdiagnostik, zumal Prostatakrebs auch bei niedrigen PSA-Werten vorkommen kann. Zur Vermeidung von Fehldiagnosen empfiehlt der BPS daher vor einer Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) die Ermittlung und den Vergleich mehrerer PSA-Messwerte und eine daraus abgeleitete Beobachtung der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit. Das ist aussagekräftiger als eine einzige PSA-Messung.

Kritiker begründen ihre Ablehnung des PSA-Tests mit dem Hinweis auf unnötige Diagnosen und Therapien nicht behandlungsbedürftiger Prostatakrebserkrankungen. Diese Sichtweise entbehrt jeglicher Logik. Ist es doch gerade die sachgemäße Handhabung des PSA-Tests, die wesentlich beiträgt zur Unterscheidung gefährlicher Prostatakrebse von nicht oder noch nicht behandlungsbedürftigen Formen der Erkrankung, oder im besseren Fall einen Ausschluss von Prostatakrebs nahe legt.

Jeder verantwortliche Arzt wird diese erst durch den PSA- Test möglich gewordenen Eingrenzungen zum Wohle seiner Patienten nutzen. So werden Biopsien und Behandlungen vermieden oder auf einen Zeitpunkt terminiert, zu dem weiterer Handlungsbedarf existiert. Das ist nicht nur gut für die Lebensqualität der Männer, sondern damit werden auch die Kosten im Gesundheits- system positiv beeinflusst. Wenn dies in Zukunft auch die Krankenkassen erkennen könnten, würden sie dem kassenfinanzierten PSA-Test nicht mehr im Wege stehen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) befürwortet den PSA-Test, wenn dieser eingebettet ist in ausführliche Beratung, Diagnostik und Abwägungsprozesse.

Quelle: Presseinformation des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. vom 11.09.2008 (tsc)

05.01.2020, 17:34 | the
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